Situation des Nachfolgers

Der Nachfolger muss sich mit dem Planungsprozess beschäftigen, bevor er definitive Klarheit hat, ob und wie er eine unternehmerische Laufbahn in den Fussstapfen seines Vaters einschlagen wird. Er muss sich in den Prozess der Entscheidungsfindung einbinden, bevor er sich durch die Grundsatzentscheidung selbst gebunden fühlt. Dabei muss er vom Sohn zum Partner des Vaters mutieren und folgendes beachten:

  • Erfülle ich die Anforderungen an einen Unternehmer?
  • Habe ich Freude an einer unternehmerischen Herausforderung?
  • Bin ich bereit Ueberdurchschnittliches zu leisten?
  • Will ich Verantwortung tragen?
  • Absprache mit der Familie (trägt sie die anfänglichen finanziellen und zeitlichen Verzichte mit?)
  • Erarbeitung eines Businessplanes als Wegweiser
  • Angemessener Kaufpreis und faire Konditionen
  • Wahl einer haftungsbeschränkenden Rechtsform
  • Struktur für den Erwerb der Aktien oder Anteilscheine des väterlichen Unternehmens
  • Abdeckung von Risiken wie Unfall, Krankheit und Todesfall durch entsprechende Versicherungen
  • (eine Äuffnung von Vorsorgegeldern erfolgt meistens nach dem ersten geschäftlichen Erfolg)
  • Steuerplanung (Gestaltung von Lohn- bzw. Dividendenausschüttungen und Gewinnausweisen,
  • Anpassung der Vorsorge etc.).

Fragenkatalog: Fragen an den Nachfolger

Die Fragen an den Nachfolger

  • Wohnsitz?
  • Familienverhältnisse?
  • Alter?
  • Zivilstand?
  • Konfession?
  • Beruflicher Werdegang?
  • Wissen Sie welche Tagesarbeitszeiten auf Sie warten?
  • Sind Sie gesund?
  • Wie beurteilen Sie Ihre körperliche Leistungsfähigkeit?
  • Trägt Ihre Ehefrau bzw. ev. Ihre Kinder den Nachfolgeentscheid mit?
  • Wie hoch ist Ihr Lebensunterhalt nach der Stabsübernahme bzw. dem Unternehmenskauf?
  • Ist Ihre Ehefrau berufstätig? Welchen Betrag steuert sie zum Unterhalt bei?
  • Unterstützungspflichten?
  • Wird der Lebensunterhalt durch Ihre Einkünfte gedeckt, und wenn ja durch welche?
  • Wie setzt sich Ihr Privatvermögen zusammen?
  • Pensionskasse?
  • Lebensversicherungen?
  • Ist Ihr Vermögen teilbar (Kaufpreiszahlung, Liquidität)?
  • Wie gedenken Sie den Kaufpreis zu finanzieren (Erbvorbezug, Verkäuferdarlehen, Ehegattendarlehen usw.)?
  • Ist der Kaufpreis für Sie finanziell tragbar?
  • Besteht ein nachhaltig hohes Ertrags- und Cash flow-Potential?
  • Reicht der cash-flow aus um Verzinsung und Amortisation sicherzustellen?
  • Haben Sie Ihren Businessplan und den Finanzplan bereits erstellt?
  • Hat bereits eine Steueroptimierung stattgefunden?
  • Bestehen Eheverträge, Testamente und Erbverträge? Sind diese auf Unternehmensübernahme hin anzupassen?
  • Güterstand (altrechtl. [vor 1988], Errungenschaftsbeteiligung, Gütergemeinschaft, Gütertrennung)?
  • Quantitative der Eigengüter und der Errungenschaften von Mann und Frau?
  • Beteiligungsquote am Vorschlag bei Errungenschaftsbeteiligung oder Gütergemeinschaft?
  • Ist Ihre Vorsorge geregelt? Ist sie neu auf die Geschäftsübernahme ausgerichtet worden?
  • Haben Sie sich erste Gedanken gemacht, wo Sie Ertrags- und Kostenoptimierungen realisieren können?
  • Was wollen Sie verändern?
  • Wo wollen Sie Rücksicht auf etablierte Gewohnheiten nehmen?
  • Werden Sie beim Senior noch Rat holen?
  • Werden Sie sich einen externen Coach zulegen?
  • Planen Sie die Kommunikation Ihrer Stabsübernahme?
  • Haben Sie etwas zu ergänzen?

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Eignungstest: Eignungstest für den Nachfolger

Wenn der Kandidat aus der Unternehmerfamilie stammt:

Frage

Ja

Nein

Er versteht die Nachfolge als Herausforderung und nicht als Status-Frage.

 

 

Er hat von sich aus Interesse an der Nachfolge gezeigt.

 

 

Er hat freiwillig während der Semesterferien im Betrieb gearbeitet.

 

 

Er besitzt die nötigen Grundkenntnisse in Betriebswirtschaft und in der Technik der Branche.

 

 

Er ist wissensgierig.

 

 

Er stellt bekanntes oder Bewährtes, aber auch eigene Entscheidungen, immer wieder in Frage.

 

 

Er nimmt stets seine Vorbildfunktion wahr.

 

 

Er ging bereits eigene Risiken ein und hat die Sache immer einem guten Ende zugeführt.

 

 

Er hat bereits extern Führungserfahrung erworben.

 

 

Er führt seine Projekte – auch gegen den Widerstand anderer – zu Ende.

 

 

Er versteht sich durchzusetzen, ohne den andern zu verletzen.

 

 

Es gelingt ihm manchmal auch den Vater zu überzeugen.

 

 

Er fühlt sich den Mitarbeitern verantwortlich und sieht diese nicht als Produktionsmittel.

 

 

Er pflegt zu Eltern und Geschwistern gleichsam ein gutes Verhältnis.

 

 

Wenn der Kandidat nicht aus der Unternehmerfamilie stammt:

Frage

Ja

Nein

Er hat bereits unternehmerische Funktionen inne gehabt.

 

 

Seine Managekarriere verlief planmässig, ohne Rückschläge.

 

 

Er anerkennt die Kultur und Gepflogenheiten der Unternehmerfamilie.

 

 

Er kann sich mit Vorgaben, auch wenn er zunächst anderer Meinung war, identifizieren.

 

 

Er empfindet das von der Unternehmerfamilie erreichte als herausragende Leistung.

 

 

Es ist für ihn kein Problem, dass die Unternehmerfamilie in wichtigen Fragen die letzte Entscheidungsgewalt hat.

 

 

Er pflegt eine natürliche Distanz zu allen Familienmitgliedern.

 

 

Er denkt wie die Familie liberal und der Vernunft gehorchend situativ nach den besseren Argumenten.

 

 

Er identifiziert sich voll und ganz mit der Arbeitgeberin.

 

 

Die Familienmitglieder sind sich einig, dass zurzeit ein Fremdmanagement der richtige Weg ist.

 

 

Die Aufsichtsorgane des Unternehmens sind professionell und erlauben dem Management ein effektives Arbeiten.

 

 

Die Auswertung

Alle Aussagen zutreffend

Kein Grund zur Sorge. Gratulation!

1 x Nein

2 x Nein

Überprüfen Sie Ihren Nachfolgeentscheid mit einem Vertrauten.

3 und mehr Nein

Ihr Kandidat dürfte ungeeignet sein.

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